Gute Einrichtungen in der Altenpflege sind ein wichtiger Standortfaktor – gerade auch für eine ländliche geprägte Region wie den Odenwald. Das Ziel, diese zu fördern, unterstrichen bei einem Besuch im „Haus Geist“ in Lützelbach der hessische Sozialminister Stefan Grüttner und die CDU-Landtagskandidatin Sandra Funken. „Wir wollen, dass die Menschen sich wohlfühlen und hier bleiben – auch im Alter“, erklärte Funken.

Grüttner unterstrich, dass es für eine Landesregierung eine Hauptaufgabe ist, „dafür zu sorgen, dass eine soziale Infrastruktur da ist – von der Kinderbetreuung bis zur Altenpflege“. So hat die Landesregierung die Charta „Beruf und Pflege vereinbaren“ aufgelegt, um die Bürgerinnen und Bürger bei der Pflege von Angehörigen im heimischen Bereich zu unterstützen. Aspekte wie Teilzeitarbeit, Telearbeit und ein Rückkehrrecht sind dort festgehalten. 213 Unternehmen mit 300.000 Beschäftigten sind dieser Charta bereits beigetreten.

Bei der stationären Pflege gelte es, den Einrichtungen zu helfen, den immer wachsenden Bedarf an Fachkräften zu decken. „In Hessen gibt es keine Deckelung bei den Ausbildungsplätzen mehr. Wir haben das Schulgeld aufgehoben und die Vergütung der Altenpflegeschulen erhöht. Auch dadurch haben wir den höchsten Ausbildungsstand in der Geschichte Hessens erreicht“, berichtete Grüttner. Ganz gezielt gingen Berater in die Schulen, um den Jugendlichen vor ihrem Realschulabschluss die Facetten der Gesundheitsberufe aufzuzeigen und sie für eine Ausbildung dort zu gewinnen.

Wichtig ist für Grüttner auch, die Bürokratie zu reduzieren. Eine der Aufgaben des Landes sei zu klären, „was notwendig und was verzichtbar ist bei der Dokumentation“. Ein Dorn im Auge ist ihm dabei, dass diese immer noch zu oft klassisch mit Papier-Akten gemacht werde. Das sei auch abschreckend für Nachwuchskräfte. „Aber die haben alle Erfahrung mit dem Smartphone“, rief Grüttner. Das müsse man sich zu Nutze machen.

Ziel müsse es auch sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch attraktive Angebote noch besser an die Einrichtungen zu binden. „Die Work-Life-Balance kann man selbstverständlich staatlich nicht verordnen“, sagte Grüttner. „Aber wir können beispielsweise Einfluss nehmen auf die Arbeitszeitgestaltung.“ So will die Landesregierung zusammen mit den Kommunen dafür sorgen, dass die Kinderbetreuung auch bei Teilnahme am Schichtdienst besser gewährleistet ist.

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